Hockerty
Bei Hockerty entsteht jedes Kleidungsstück erst nach der Bestellung. Wer sich einen kompletten Look zusammenstellt, kauft mehrere Unikate gleichzeitig und hat keines davon je gesehen. Hockertys Virtuelle Anprobe führt alle Teile aus dem Warenkorb zu einem einzigen Bild zusammen: dem fertigen Look auf einem selbst hochgeladenen Foto, bevor die Produktion startet.
Die Herausforderung
Der klassische E-Commerce löst das Umkleidekabinen-Problem mit Modelfotos in Standardgrössen. Bei Massmode gibt es dieses Foto nicht, weil jedes Stück anders ist. Und die Unsicherheit hört nicht beim einzelnen Teil auf: Offen bleibt auch, ob die einzeln konfigurierten Stücke miteinander funktionieren und zum Anlass passen.
USP der Use-Case-Lösung
2023 brachte Hockerty die virtuelle Anprobe für Schuhe auf den Smartphone-Screen, als Overlay eines bestehenden Produktbilds. 2026 geht die Technologie einen entscheidenden Schritt weiter: Generative KI führt mehrere individuell konfigurierte Kleidungsstücke zu einem vollständigen Look zusammen und stellt ihn auf dem eigenen Foto dar.
Der Warenkorb wird damit zur digitalen Umkleidekabine. Kein Avatar, kein Overlay, kein Filter: Die KI liest jede gewählte Konfiguration aus und berechnet jedes Stück einzeln neu. Stoff, Schnitt, Farbe, Revers- und Taschenform fliessen in die Darstellung ein. Ein zweireihiger Blazer wird anders gerendert als ein Slim-Fit-Hemd, ein Spitzrevers fängt Licht anders als ein Kerbrevers. Das Ergebnis muss exakt der gewählten Konfiguration entsprechen, sonst ist es für die Kaufentscheidung wertlos.
Dazu kommt der Situationswechsel: Derselbe Look lässt sich in einem Konferenzraum, an einem Hochzeitsort oder auf einer Stadtstrasse zeigen. Damit beantwortet die Anprobe nicht nur „passt mir das“, sondern „funktioniert das zusammen, und funktioniert es für meinen Anlass“.
Warum die Lösung für Hockerty funktioniert
Zur Wirkung
Das Virtual Try-On wurde 2026 neu ausgerollt. Belastbare Langzeitdaten zu Conversion und Retouren liegen daher noch nicht vor. Gemessen werden Nutzung des Features, Conversion und retourenrelevante Kennzahlen.
| Name: | Virtual Try-On (Virtuelle Anprobe) |
| Technologie: | Generative KI-Bildgenerierung, mehrstufige KI-Pipeline, Machine-Learning-gestützte Bildverarbeitung |
| Projektziel: | Bei Hockerty entsteht jedes Teil erst nach der Bestellung. Wer sich einen kompletten Look zusammenstellt, kauft mehrere Unikate gleichzeitig und sieht keines davon vorher. Offen bleibt dabei nicht nur die Passform, sondern auch, ob die einzeln konfigurierten Teile miteinander funktionieren und zum Anlass passen. Ziel der Virtuellen Anprobe ist es, den fertigen Look vor der Produktion sichtbar zu machen: auf dem eigenen Foto und in der Situation, für die er gedacht ist. |
| Projektumfang: | Die Virtuelle Anprobe sitzt auf dem Warenkorb. Der Kunde konfiguriert im 3D-Konfigurator beliebig viele Teile, lädt ein eigenes Foto hoch, unabhängig von Pose und Hintergrund, und die KI rendert alle Teile gemeinsam als ein Outfit auf dieses Foto. Stoff, Schnitt, Farbe, Revers- und Taschenform jedes Stücks fliessen ein. Optional lässt sich der Look in eine andere Umgebung setzen, etwa Konferenzraum, Hochzeit oder Strasse. Ein Durchlauf dauert 20 bis 30 Sekunden. |
| Innovation: | 2023 zeigte Hockerty auf dieser Plattform einen bestehenden Sneaker als Overlay am eigenen Fuss. 2026 führt generative KI mehrere individuell konfigurierte Kleidungsstücke zu einem vollständigen Look zusammen und stellt ihn auf dem eigenen Foto dar. Kein Overlay, kein Avatar, kein Filter: Jedes Stück wird neu berechnet, ein zweireihiger Blazer anders als ein Slim-Fit-Hemd. Der Warenkorb wird zur digitalen Umkleidekabine. |
| Kosten: | Intern umgesetzt, in agilen Zyklen, ohne externe Agentur. Die KI-Schicht wird bewusst als austauschbare Infrastruktur behandelt: Das Bildgenerierungsmodell wurde seit dem Start dreimal ersetzt, ohne dass die Funktion neu gebaut werden musste. Das hält die Kosten niedrig und die Lösung anschlussfähig an eine Technologie, die sich fast monatlich verbessert. Die Anprobe läuft im Browser, ohne App, ohne Download, ohne zusätzliche Hardware. |
| Replizierung: | Der Ansatz ist nicht kategoriegebunden. Bei Hockerty läuft die Anprobe über Anzüge, Hemden, Mäntel, Jeans, Field Jackets, Polos, Sneakers und Schnürschuhe, einzeln und in Kombination. Die Übertragung auf die Schwestermarke Sumissura für Damenmode ist der nächste Schritt. Für den Handel zeigt der Case ein Muster: generative KI nicht für Marketing-Content, sondern für ein funktionales Problem im Kaufprozess. Jeder Anbieter konfigurierbarer Produkte kann die Logik übernehmen. |
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